Magnesium und die Gehirngesundheit

Magnesium und Migräne

Die Erforschung der Darm-Hirn-Achse genießt heutzutage oberste Priorität. Die Wissenschaft fand jedoch heraus, dass auch Ernährungsmängel (die in unserer Kultur sehr häufig vorzufinden sind) negative Auswirkungen auf die Gehirngesundheit haben und innerhalb des Gehirns zu entzündlichen Erkrankungen führen können. Dazu gehören unter anderem Depressionen, Angstzustände, Alzheimer und andere Gedächtnisprobleme, Schlaflosigkeit und weitere hirnbezogene Leiden. Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf diverse Formen der Nahrungsergänzung mit Magnesium pur als Hilfstherapie für die Gehirngesundheit. Laut Dr. Emily Deans und ihrem Artikel ‘Magnesium and The Brain: The Original Chill Pill’,

“So gehen Sie nahezu jeden einzelnen biologischen Mechanismus für Depressionen an, wenn Sie Magnesium im Nervensystem seine Wirkung entfalten lassen.”

Das Gehirn ist ein Teil vom Ganzen

Wenngleich das Gehirn im Körper oft als separate Einheit gesehen wird, steht es doch mit unserem gesamten System im Verbund und arbeitet synergetisch mit den von uns konsumierten Nährstoffen. Im Buch ‘The Oscillating Brain: How Our Brain Works’ von Timothy D. Sheehan, M.D. wird die Struktur und die Funktion des Gehirns erklärt und tiefgehend erörtert, wie unser Gehirn eigentlich funktioniert. “Traditionell haben wir das Gehirn immer als Black Box gesehen – als ein System, an das nur hinsichtlich Input und Output herangegangen werden kann, ohne tatsächlich zu verstehen, wie es überhaupt funktioniert.”, so Sheehan.

Weiterhin beschreibt Sheehan die Mechanismen von Magnesium im Gehirn. Magnesium-Ionen seien die ‘Torwächter’ zwischen den NMDA-Neurorezeptoren (kurz für N-Methyl-D-Aspartat) und den Zellmembranen. Diese Neurorezeptoren seien sowohl für das Kurzzeit- als auch für das Langzeitgedächtnis verantwortlich. Ohne eine ausreichende Magnesiumversorgung stünden im Grunde genommen keine ‘Soldaten an den Toren’, die den ungebremsten Ionenfluss unterbinden. Dies könne zum Zelltod führen sowie zu Problemen mit dem Kurz- und Langzeitgedächtnis. Tatsächlich gebe es viele hirngesundheitliche Probleme, auf die Magnesium einen direkten Einfluss habe.

Bei Stress, Angst oder Depressionen: Magnesium. Pur oder als Öl!

Magnesium unterstützt das Gehirn, indem es überschüssiges Cortisol reguliert. Laut Science Daily könne Magnesium dabei helfen, die Ausschüttung des Adrenocorticotropen Hormons (ACTH) zu verringern. Weiterhin habe Magnesium pur einen direkten Einfluss auf die Funktion und den Transport des Multidrug-Resistance-Proteins , und könne damit den Zugriff von Kortikosteroiden auf das Gehirn beeinflussen. Man kam zu dem Schluss, dass all diese Systeme bei der Pathophysiologie von Stress und Depressionen eine Rolle spielen.

Magnesium-Ionen regulieren den Kalzium-Ionenfluss in den neuronalen Kalziumkanälen und auf diese Weise wiederum die Produktion von neuronalem Stickoxid. Bei einem Magnesiummangel könnte der neuronale Magnesiumbedarf nicht gedeckt sein, was schließlich neuronale Schäden verursacht, die sich als Depressionen manifestieren könnten.

Ein neuronales Defizit an Magnesium-Ionen könnte durch Stresshormone, überschüssiges Kalzium aus der Nahrung sowie Magnesiummängel hervorgerufen werden.

Die aktuelle Forschung stellte einen Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Depressionen fest. Die Forscher untersuchten Fallberichte, die eine rapide Erholung (innerhalb weniger als 7 Tage) von einer stärkeren Depression aufzeigten, indem bei jeder Mahlzeit und vor dem Zubettgehen 125-300mg Magnesium eingenommen wurden.

Bei diesen Falluntersuchungen wurde ermittelt, dass eine Nahrungsergänzung mit Magnesium bei bestimmten Gehirnzuständen helfen kann – dazu zählen beispielsweise traumatische Gehirnverletzungen, Kopfschmerzen, Suizidgedanken, Angst, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, postpartale Depressionen, Kokain-, Alkohol- und Tabakmissbrauch, Überempfindlichkeit gegen Kalzium, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und IQ-Verlust.

Es wurde gefolgert, dass ein Magnesiummangel ein wichtiger beitragender Faktor für viele mentale und gehirnbezogene Gesundheitszustände sein könnte.

Entspannung am Strand

Weitere Forschungen stellen Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Krankheiten fest

Weitere Forschungen kamen zu dem Schluss, dass Magnesium bei der Behandlung von Depressionen effektiv zu sein scheint und eine Störung des Magnesiumstoffwechsels mit Depressionen zusammenhängen könnte. Jene Forscher empfahlen Depressionskranken eine Nahrungsergänzung mit Magnesium als Hilfstherapie.

In einer weiteren aktuelleren Studie wurde herausgefunden, dass eine Magnesiumeinnahme über die Nahrung mit dem Risiko eine Depressionserkrankung zu erleiden zusammenhänge. Hierbei handelt es sich um die erste prospektive Studie, bei der 20 Jahre Nachbeobachtungen betrieben wurden, um den Zusammenhang zwischen einer Magnesiumeinnahme und dem Auftreten von Depressionen bei Männern aufzudecken.

Im Vergleich zu denjenigen, die nur die geringste Menge an Magnesium pur einnahmen, verzeichneten im Krankenhaus behandelte Teilnehmer, die Magnesium in moderater Menge über die Nahrung erhielten, ein signifikant geringeres Risiko, eine Depression als Abschlussdiagnose gestellt zu bekommen.

Eine Magnesiumeinnahme kann auch als Hilfstherapie bei postpartaler Depression (PPD) empfohlen werden. Diese Schlussfolgerung konnte getroffen werden, nachdem die Beziehung der Zink- und Magnesium-Serumspiegel bei PPD untersucht wurde. Hierbei wurde eine Querschnittsuntersuchung von 122 neuen Müttern durchgeführt.

Die Ergebnisse wiesen keine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem Zink-Serumspiegel und PPD auf. Andererseits bestand eine ‘signifikante inverse Beziehung zwischen dem Magnesium-Serumspiegel und PPD – so würde eine Erhöhung dieses Serumspiegels das PPD-Risiko senken.

Neben Depressionen kann sich der Magnesiumspiegel auch auf andere Bereiche der Gehirngesundheit auswirken, beispielsweise auf Migräne und den Abbau kognitiver Fähigkeiten / Gedächtnisverlust.

Magnesium pur und Migräne

Ein Magnesiummangel steht in starkem Zusammenhang mit Migräneattacken. Anhand dieser Theorie wurden mehrere potenzielle Mechanismen nahegelegt, z.B.:

  • Auslösung einer Kortikalen Streudepolarisierung
  • Verminderte Ausschüttung von Substanz P, stimulierte Zerebralarterienspasmen
  • Ein Ungleichgewicht zwischen mitochondrieller Energieproduktion und -bedarf.

Folglich wurde den klinischen Auswirkungen von Magnesium auf Migränen beträchtliche Aufmerksamkeit geschenkt. Forscher führten eine Metaanalyse durch, um die allgemeinen Wirkungsweisen von Magnesium auf Migränen zu bestätigen.

Dabei linderte intravenös verabreichtes Magnesium innerhalb von 15 – 45 Minuten, 120 Minuten und 24 Stunden nach der ersten Infusion die akuten Migränebeschwerden beträchtlich. Eine orale Einnahme von Magnesium hingegen verringerte die Häufigkeit und die Intensität der Migräneanfälle. Die Studie folgerte, dass Magnesium bei der Behandlung von Migräneattacken als Hilfstherapie in Betracht gezogen werden sollte.

Magnesium pur kann bei Depressionen helfen

Jay Cohen, MD, beschreibt in seinem Buch ‘The Magnesium Solution for Migraine Headaches, dass Migränen entstünden, wenn sich die Muskulatur des Gehirns unberechenbar verhalte. Anormale Verengungen und Erweiterungen der Blutgefäße seien demnach die Ursache für Migränebeschwerden.

Das Gleichgewicht zwischen Magnesium und Kalzium in den Zellen um diese Arterien entscheide über Entspannung und Verengung der Blutgefäße. Dabei ist Kalzium für die Verengung zuständig und Magnesium für die Entspannung. Magnesium blockiere die Kalziumzufuhr in die glatten Muskelzellen und reguliere dadurch die Blutgefäßkontraktion und -dilatation.

Es übe weiterhin eine entspannende Wirkung auf das zentrale Nervensystem aus und mildere die Aktionen des sympathischen Nervensystems. Das Mineral sei für die Zellen essenziell, um das Gleichgewicht zwischen anderen Mineralien wie Kalium, Natrium und Kalzium zu halten. Cohen behauptet außerdem, Magnesium pur könne bei Migräne wie folgt unterstützen:

  • Stabilisation der Membranen der Blutgefäße
  • Hemmung der Blutgefäßkontraktion als Reaktion auf die in den frühen Stadien einer Migräne ausgeschütteten chemischen Stoffe
  • Hemmung der Blutplättchenverklumpung
  • Verringerung der Synthese und Ausschüttung von Entzündungsmediatoren
  • Direkte Entspannung der Blutgefäße

Magnesium und der Abbau kognitiver Fähigkeiten / Gedächtnisverlust

Ebenfalls ist Magnesium erwiesenermaßen eine effektive Hilfstherapie bei altersbedingtem Gedächtnisverlust und Alzheimer.

Eine signifikante Studie legt nahe, dass eine Erhöhung des Magnesiumspiegels im Gehirn über dessen Aufnahme aus der Nahrung äußerst positive Auswirkungen auf die Gehirnsynapsen habe – hierbei wurde festgestellt, dass sich die Gehirne von Mäusen mit Alzheimer in einen jugendlichen Zustand zurückversetzen ließen.

Dies ist die erste Studie, die bei an Alzheimer erkrankten Mäusen einen Mechanismus für die Umkehrung des kognitiven Verfalls in einem fortgeschrittenen Stadium aufzeigt sowie eine effektive Langzeitbehandlung nahelegt.

Eine weitere Studie fand im Mausmodell der Krankheit heraus, dass die orale Verabreichung von Magnesium L-Threonat (MgT) den kognitiven Verfall abschwächte, indem die Aβ-Ablagerung amyloider Plaques auf eine APH-1α/1β-abhängige Weise unterdrückt wurde. Insbesondere wurde in dieser Studie festgestellt, dass Magnesium-Ionen für die Unterdrückung der Ablagerung amyloider Plaques im Gehirn verantwortlich sind. Diese Plaque-Ablagerungen stehen direkt mit Alzheimer bedingtem Gedächtnisverlust in Zusammenhang.

Edwards diskutiert in seinem Buch, ‘What Your Doctor Needs to Know’, die vielen Rollen, die Magnesium pur bei der Erleichterung zahlreicher Körperfunktionen spielt. Hinsichtlich der geistigen Leistungsfähigkeit reguliere Magnesium einen entscheidenden Rezeptor, der das Lernvermögen und das Gedächtnis unterstützt.

Eine transdermale Aufnahme von Magnesium pur als Öl kann empfehlenswert sein

Edwards führt weiter aus, dass bei Menschen mit niedrigem Magnesiumspiegel eine verminderte elektrische Aktivität im Gehirn vorzufinden sei. ‘Um die Plastizität der Synapsen zu wahren, ist ein angemessener Magnesiumgehalt in der Rückenmarksflüssigkeit unerlässlich. Magnesium wird benötigt, um die richtige Funktion vieler Enzyme innerhalb der Hirnzellen zu gewährleisten, die das Gedächtnis und die Zellfunktion kontrollieren.

Wenngleich diese Forschung relativ neu ist und in erster Linie an Mäusen durchgeführt wird, erweisen sich die Zusammenhänge zwischen Magnesium und der allgemeinen Gehirngesundheit dennoch als positiv. Laut Edwards könnte ein niedriger Magnesiumspiegel allerdings nicht allein durch Labortests festgestellt werden. Diese Tests könnten keine genaue Aussage über den Magnesiumgehalt des Gewebes treffen. Es könnte also zu Fehldiagnosen führen, wenn sich nur auf Bluttests verlassen werde und andere Zeichen und Symptome missachtet würden.

Falls Sie mit einigen dieser Symptome zu kämpfen haben, könnte sich eine Nahrungsergänzung mit Magnesium pur (mit der Unterstützung Ihres Arztes) als hilfreich erweisen. Edwards empfiehlt bei Verdauungsproblemen mit Magnesium die Aufnahme über die Hautoberfläche als hervorragende Alternative.

Magnesiumchlorid gibt es in vielen verschiedenen Formen. Als Spray, Gel oder Öl ist es gut für die transdermale Anwendung.

[row h_align=”center”] [col span__sm=”12″] [button text=”E-store” color=”secondary” size=”large” radius=”99″ link=”https://organicmagnesium.de/e-store/”] [/col] [/row]

Referenzen:

  1. Sheehan, Timothy (2016). The Oscillating Brain: How Our Brain Works. Bloomington, Indiana. Lifeworks Publishing    
  2. AIDP. (2013, November 4). Magnesium levels vital to brain health as population ages. Available at: http://www.sciencedaily.com
    /releases/2013/11/131104142343.htm/
    . Accessed September 11, 2016    
  3. Eby, G & Eby K (2006). Rapid recovery from major depression using magnesium treatment. 1. Volume 67, Issue 2, Pages 362–70.
  4. Derom ML, Sayon-Orea, C & Martinez-Ortega JM et al. 2013. Magnesium and depression: a systematic review. Nutritional Neuroscience. Vol. 16 Issue 5, pp 191-206. Available at: http://dx.doi.org/10.1179/
    1476830512Y.0000000044.
  5. Yary, T, Lehto SM, & Tolmunen T et al. (2016). Dietary magnesium intake and the incidence of depression: A 20-year follow-up study. Vol 193, pp 94-98.
  6. Fard FE, Mirghafourvand M & Alizadeh-Charandabi SM (2016). Relationship of Zinc and Magnesium Serum Levels with Postpartum Depression in Tabriz-Iran. Global Journal of Health Science; Vol. 8, No. 11. doi:10.5539/gjhs.v8n11p120
  7. Chiu HY, Yeh TH, & Huang YC (2016). Effects of Intravenous and Oral Magnesium on Reducing Migraine: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Pain Physician. Vol 19, pp E97-E112.
  8. Cohen, J. (2004). The Magnesium Solution for Migraine Headaches. Garden City Park, NY: Square One Publishing
  9. Federation of American Societies for Experimental Biology. (2015, December 1). Magnesium ions show promise in slowing progression of Alzheimer’s disease in mice: Magnesium ions may slow the progression of the disease by disrupting the development of amyloid plaques, research suggests. Available at: https://www.sciencedaily.com/
    releases/2015/12/151201115043.htm/
    . Accessed September 9, 2016
  10. Yu X, Guan PP & Guo JW et al. (2015). By suppressing the expression of anterior pharynx-defective-1α and -1β and inhibiting the aggregation of β-amyloid protein, magnesium ions inhibit the cognitive decline of amyloid precursor protein/presenilin 1 transgenic mice. 1. The FASEB Journal. vol. 29 no. 12 5044-5058
  11. Edwards, Nolan (2015). Magnesium, What Your Doctor Needs to Know. Volume 1. CreateSpace Independent Publishing Platform

Like this article?

Share on facebook
Share on Facebook
Share on twitter
Share on Twitter
Share on linkedin
Share on Linkdin
Share on pinterest
Share on Pinterest

Leave a comment